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Wie kann Schielen behandelt werden?

Strabismus oder auch Schielen ist eine Fehlstellung beider Augen zueinander. Im Normalfall sehen beide Augen in die gleiche Richtung. Beim Schielen ist die Blickrichtung der Augen allerdings unterschiedlich.
Schieluntersuchung Kinder

Schieluntersuchung

Strabismus verursacht keine Schmerzen, weswegen das Schielen vor allem durch die Fehlstellung der Augen auffällt. Zudem kann sich eine Sehschwäche entwickeln – Betroffene sind unter anderem in ihrer dreidimensionalen Sehfähigkeit beeinträchtigt. Deswegen ist eine Behebung nicht nur aus kosmetischen Gründen erstrebenswert, sondern auch aufgrund medizinischer Aspekte. Nicht zu vernachlässigen ist bei den Betroffenen auch die psychische Belastung, die zu einem geringeren Selbstwertgefühl und Mangel an Selbstvertrauen führen kann. Durch heutige Methoden kann Strabismus jedoch in den meisten Fällen mit einem zufriedenstellenden Ergebnis behandelt werden. Ziel der Behandlung ist die Vermeidung einer Sehschwäche sowie die Verringerung des Schielwinkels, sodass der Blick beider Augen annähernd parallel ist.

Nicht-operative Behandlungsmethoden

Die häufigste Erscheinungsform in Deutschland ist das Schielen im Kindesalter. Das sogenannte Begleitschielen tritt vor allem in den ersten vier Lebensjahren auf. Dabei funktionieren die Augenmuskeln normal, aber das schielende Auge begleitet die Bewegungen des gesunden Sehorgans mit. Aufgrund der guten Behandlungsmöglichkeiten wird bei dieser Schielform versucht, die Augenfehlstellung ohne Operation zu beseitigen.

  • Um eine Sehschwäche auszugleichen, hilft der Besuch beim Optiker mit dem anschließenden Brillenkauf. Auch bei latentem Schielen, das heißt nur einer geringen Fehlstellung der Augen, ist bei etwa zwei Drittel der Betroffenen eine Brille ausreichend.

  • Eine weitere Möglichkeit ist die Okklusionstherapie. Es wird dabei ein Auge mit einem Pflaster zugedeckt. Hat nur ein Auge eine Fehlstellung, so wird das sehstärkere Auge mit dem Augenpflaster abgedeckt. Das schwächere Auge wird dadurch gezwungen, seine Sehschärfe weiterzuentwickeln. Bei Erwachsenen wird oftmals auf einem Brillenglas eine Mattfolie aufgeklebt, was die Entstehung von Doppelbildern verhindert. Die Behandlung gegen die Wahrnehmung von Doppelbildern kann auch durch ein Training der Augen erfolgen, mittels der sogenannten Fusionsschulung.

Eine Operation gegen das Schielen

Zeigen diese Verfahren keine Wirkung, kann auch eine Operation der Augenmuskeln erfolgen. Dieser Entscheidung geht in der Regel eine Therapie zur Besserung der Sehschärfe voraus. Durch die Operation soll die Grundlage für ein beidäugiges Sehen geschaffen bzw. wieder hergestellt werden. Aber auch die seelische Belastung kann ein Beweggrund sein. Eine OP hat das Ziel, den Schielwinkel zu verringern und die beidäugige Zusammenarbeit der Augen wieder herzustellen. Die Operation erfolgt bei Kindern oft unter Vollnarkose, bei Erwachsenen meist unter  örtlicher Betäubung. Im Kindesalter ist ein chirurgischer Eingriff auch bei Kleinkindern möglich.

Eine besondere Form ist das Lähmungsschielen, das vor allem bei Erwachsenen auftritt. Lähmungsschielen entsteht durch einen gelähmten Augenmuskel und kann sich, je nach Ursache,  nach einigen Wochen bis Monaten ohne weitere Maßnahmen legen. In einigen Fällen bleibt das Lähmungsschielen allerdings bestehen und muss gegebenenfalls mit den bereits beschriebenen Therapien behandelt oder mit einer Operation behoben werden.

Ob eine Brillenverordnung, Okklusionstherapie, Operation oder ein anderes Verfahren sinnvoll ist, sollte mit einem Facharzt für Augenheilkunde mit angeschlossener Orthoptik-Abteilung bzw. Sehschule und Orthoptistin besprochen werden. Allgemein kann allerdings gesagt werden, je früher mit der Behandlung des Schielens begonnen wird, umso schneller und sicherer sind Verbesserungen der Sehschärfe und der beidäugigen Zusammenarbeit zu erreichen. Es sollte also bei Auftreten von Schielen bzw. Strabismus umgehend eine augenärztliche Praxis oder Klinik aufgesucht werden.