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Trotz Stuhlinkontinenz den Alltag meistern!

Erfahren Sie, welche Hilfsmittel Betroffenen den Umgang mit der Darminkontinenz erleichtern können.

Der Begriff Stuhlinkontinenz, auch als Darminkontinenz oder anorektale Inkontinenz bezeichnet, beschreibt die Unfähigkeit, den Stuhlgang bewusst kontrollieren zu können. In Deutschland leben schätzungsweise fünf Prozent der Bevölkerung mit dieser Problematik. Stuhlinkontinenz kommt in allen Altersklassen vor und führt bei vielen Betroffenen zu psychischen Belastungen. Das Angebot zahlreicher Hilfsmittel kann allerdings dazu beitragen, den alltäglichen Umgang mit der Symptomatik zu erleichtern.

Auswahlkriterien für Stuhlinkontinenz Hilfsmittel

Kurz nach der Diagnose sollten sich die Patienten mit den möglichen Inkontinenzhilfsmitteln auseinandersetzen und das für sich passende Produkt finden. Die schnellstmögliche Versorgung hilft den Betroffenen, rasch mit der neuen Situation umzugehen. Außerdem merken sie, dass dank der Vielzahl an Hilfsmitteln ein großer Teil der Lebensqualität erhalten bleiben kann.  
Generell ist eine Beratung durch Fachpersonal immer ratsam, sodass der Betroffene die bestmögliche Versorgung erhält. Wichtige Kriterien für die ideale Produktwahl können unter anderem die Menge und Beschaffenheit der Ausscheidung sein. Ein weiteres Kriterium ist der alltägliche Bewegungsraum. Bewegt sich der Betroffene im Alltag viel, braucht er andere Stuhlinkontinenz Produkte als eine Person, die sich größtenteils im Hause aufhält oder bettlägerig ist. Auch die Verfassung des Betroffenen ist für die Auswahl von Bedeutung. Dabei ist zu beachten, ob der Betroffene selbst das Stuhlinkontinenz Hilfsmittel anwenden kann oder ob er dabei Hilfe benötigt.  
Grundsätzlich sollten die Produkte Kriterien erfüllen, die vor allem die Unannehmlichkeiten von Stuhlinkontinenz vermindern. Dazu zählen nicht nur eine unauffällige Optik des Hilfsmittels und die vollständige Aufnahme der Ausscheidungen. Die Stuhlinkontinenz Produkte sollten zudem möglichst geräuscharm sein und die Bildung von Gerüchen vermeiden. Zudem stellen die Hautverträglichkeit des Hilfsmittels und eine einfache Handhabung wichtige Entscheidungskriterien dar.  

Mögliche Hilfsmittel bei Stuhlinkontinenz

Je nach dem Schweregrad der Stuhlinkontinenz und nach der Lebensweise, beziehungsweise den Lebensmöglichkeiten, des Betroffenen eignen sich unterschiedliche Arten von Hilfsmitteln:

  • Die wohl bekannteste Form ist die Schutz- beziehungsweise Inkontinenzhose, oft auch als Windel bezeichnet. Sie wird vor allem in der Alten- und Krankenpflege angewendet, da die Betroffenen dort weniger mobil sind. Das Anbringen ist sowohl für den Patienten als auch für den Pfleger am einfachsten durchführbar.
  • Dezentere Hilfsmittel bei Stuhlinkontinenz sind Analtampons. Der Betroffene führt den aus Schaumstoff bestehenden Analtampon selbst in das Rektum ein. Da es die Tampons in verschiedenen Formen und Größen gibt, sorgen sie bei fast allen Betroffenen für eine gute Abdichtung. Zu Beginn kann das Tragen etwas unangenehm sein, da es sich bei dem Analtampon natürlich um einen Fremdkörper im Enddarm handelt. Nach kurzer Zeit gewöhnen sich die Betroffenen allerdings daran. Durch die Lage im Körper wird nicht nur das Austreten des Stuhlgangs verhindert, sondern auch die Bildung von Gerüchen. Analtampons eignen sich vor allem für Menschen mit einem bewegungsreichen Alltag. Zudem müssen die Betroffenen in der Lage sein, das Hilfsmittel selbst anwenden zu können.

Neben den aufgeführten Produkten gibt es weitere Hilfsmittel. So besteht die Möglichkeit des Beckenbodentrainings, der medikamentösen Behandlung oder einer Operation. Der erste, wichtige Schritt ist allerdings der Gang zu einem Arzt, um die beste Behandlungsmethode für den Betroffenen zu finden. Danach wird der Patient schnell merken, dass trotz Stuhlinkontinenz eine nahezu uneingeschränkte Lebensqualität möglich ist.