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Übungen gegen Stuhlinkontinenz

Stuhlinkontinenz – auch Darminkontinenz genannt – beeinflusst das Leben der Betroffenen. Schon einfaches körperliches Training kann die Problematik jedoch verbessern.

Gezielte Übungen helfen, den Stuhlgang bewusster zu kontrollieren und dadurch die Lebensqualität zu steigern. Eine wichtige unterstützende Maßnahme in der Stuhlinkontinenz-Therapie ist daher das Training bestimmter Muskeln. Auch können die Lebensweise und Ernährung eine bessere Kontrolle des Stuhlgangs bewirken. Durch die Beratung von einem Spezialisten erhalten Betroffene hilfreiche Tipps.

Training des Körpers

Die wichtigste Übung gegen Darminkontinenz ist das Beckenbodentraining. Dadurch wird die Muskulatur des Beckenbodens gestärkt – und die Symptome können gemildert werden. Das Beckenbodentraining sollte zunächst unter professioneller Aufsicht stattfinden, damit Betroffene die richtige Anwendung der Übungen lernen und letztlich ein gutes Ergebnis erzielt werden kann. Ansprechpartner sind beispielsweise Spezialisten für Inkontinenzbehandlungen oder Physiotherapeuten. Später können die Übungen dann auch ohne Überwachung in den eigenen vier Wänden durchgeführt werden. Die Übungen gegen Stuhlinkontinenz müssen mindestens drei Wochen lang erfolgen, bis erste Erfolge bemerkbar werden.
Wichtig beim Beckenbodentraining ist die bewusste Wahrnehmung der Beckenbodenmuskulatur. Bei der Übung werden bestimmte Körperregionen an- und entspannt. Eine Umsetzungsmöglichkeit ist, beim aufrechten Sitzen den Schließmuskel einige Sekunden zusammenzuziehen. Wichtig dabei: nur die Beckenbodenmuskeln werden angespannt und keine anderen Muskeln zur Hilfe genommen. Die Übungen sollten stets einige Sekunden der Anspannungen und gleichlange Entspannungsphasen enthalten. Zudem sollten Betroffene diese kurzen Trainingseinheiten täglich zwischen acht- bis zehnmal wiederholen. Auch im Internet lassen sich zahlreiche Videos und grafische Anleitungen zu Beckenbodenübungen finden.

Eine weitere Möglichkeit ist die elektrische Stimulation. Bei diesem Verfahren werden Elektroden in dem After platziert, die durch elektrische Impulse die Muskeln stimulieren. Es kommt zu einem Wechselspiel von An- und Entspannung der Muskeln, wodurch die Muskelspannung erhöht wird. Diese Übungsmethode kann allerdings nur unter ärztlicher Betreuung durchgeführt werden. Ebenfalls nur durch einen Spezialisten anwendbar, ist das Biofeedback. Auch hier wird ein Sensor im Körper platziert. Durch die Messung der Muskelkontraktion wird aufgezeigt, ob die Muskeln richtig angespannt werden. Dabei wird auch festgestellt, ob die Übungen richtig durchgeführt werden. Zur Kontrolle des Trainings ist dieses Verfahren sehr empfehlenswert.  

Ernährung und Lebensweise

Neben dem beschriebenen Training können auch eine ausgewogene Ernährung und eine gesunde Lebensweise die kontrollierte Ausscheidung beeinflussen. Die Auswirkung der Ernährung ist allerdings von Patient zu Patient unterschiedlich, sodass es wichtig ist, auf das Essverhalten und die individuelle Reaktion des Körpers zu achten.

  • So kann ballaststoffreiche Kost bei einigen Menschen die Kontrolle der Ausscheidung negativ beeinflussen, bei anderen allerdings auch hilfreich sein.
  • Koffein kann die Problematik verstärken, da dessen Wirkung auf den Darm häufig zu einem schnelleren Transport des Darminhalts führt.

Wenn Sie den Stuhlgang nicht gut halten können, ist auch ein Training der Toilettenganggewohnheiten sinnvoll. Dafür gehen Betroffene immer zu bestimmten Tageszeiten auf die Toilette und üben so ein täglich gleiches Verlaufsschema ein, an das sich der Körper automatisch gewöhnt.  
Außerdem sollten Betroffene lernen, eine mögliche Angst vor der Stuhlinkontinenz zu kontrollieren. Denn die emotionale Belastung und der dadurch entstehende Stress können die Symptomatik mitunter verschlimmern.
 
Mit den möglichen Trainingsmethoden sowie der Nutzung von Hilfsmitteln wie Analtampons können Betroffene trotz Stuhlinkontinenz einen Großteil ihrer Lebensqualität beibehalten.